Optimierung hinter den Kulissen: Die Kunst des Belegungsmanagements im Krankenhaus

Arbeiten im SGK

Optimierung hinter den Kulissen: Die Kunst des Belegungsmanagements im Krankenhaus

20. Februar 2024

Dein Schnelleinstieg ins Interview

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    Bianca Behnke, Zentrale Praxisanleiterin im Sankt Getrauden-Krankenhaus

    Was macht eigentlich eine zentrale Praxisanleiterin?

    Die effiziente Organisation von Krankenhausbetten ist eine Kunst, die weit über die bloße Zuweisung von Patient:innen zu freien Betten hinausgeht. Das Belegungsmanagement spielt eine entscheidende Rolle im Krankenhausalltag, indem es sicherstellt, dass jede Patientin und jeder Patient rechtzeitig die notwendige Pflege erhält, während gleichzeitig die Kapazitäten optimal genutzt werden. Um die Komplexität und die Herausforderungen dieses Bereichs zu verstehen, haben wir mit unserer Belegungsmanagerin, Frau Fisher-Youmans, gesprochen. Das Interview beleuchtet die Strategien, Herausforderungen und die Bedeutung einer effektiven Bettenverwaltung.

    Was genau umfasst das Belegungsmanagement im Sankt Gertrauden Krankenhaus, und welche Hauptaufgaben sind damit verbunden?

    Das Sankt Gertrauden-Krankenhaus ist eine medizinische Einrichtung mit einer breiten Palette von Dienstleistungen. Mit über 384 Betten und einem Team von mehr als 1000 engagierten Mitarbeitenden versorgt das Krankenhaus jährlich über 45,806 Patient:innen, von denen 17.000 stationär aufgenommen werden. Das Belegungsmanagement spielt eine entscheidende Rolle in der effizienten Organisation des Krankenhausbetriebs. Zu den Hauptaufgaben des Belegungsmanagements gehören die Koordination der Bettenbelegung in enger Abstimmung mit den verschiedenen Fachabteilungen, die Planung und Verwaltung der Patientenströme einschließlich elektiver Aufnahmen, Verlegungen von Intensivstationen und Notaufnahmen sowie die Optimierung der Bettenkapazität. Dabei behält das Belegungsmanagement stets den Überblick über alle Fachbereiche, um sicherzustellen, dass jede Patientin und jeder Patient rechtzeitig die erforderliche Versorgung erhält. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, die Belegungssituation regelmäßig dem Senat zu melden, um die Bettenauslastung transparent zu dokumentieren und bei Bedarf Maßnahmen zur Anpassung der Aufnahmen und Entlassungen zu besprechen.

     

    Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

    Jeder Arbeitstag im Belegungsmanagement ist äußerst vielfältig und anspruchsvoll. Mein Tag beginnt in der Regel mit der Datenbearbeitung, indem ich die Aufnahmen und Entlassungen des vorherigen Tages für die Statistik aktualisiere. Anschließend überprüfe ich die geplanten Aufnahmen und Entlassungen für den aktuellen Tag und tausche mich mit den einzelnen Fachabteilungen aus, um die Bettenbelegung zu koordinieren. Falls erforderlich, suche ich nach verfügbaren Betten auf anderen Stationen für Patientinnen und Patienten, die auf ihrer geplanten Station keinen Platz mehr finden. Dabei versuche ich, gesperrte Betten durch Isolation so zu optimieren, dass die Bettenkapazität maximal ausgeschöpft wird. Zudem organisiere ich Verlegungen von den Intensivstationen auf andere Bereiche und kümmere mich um die Bettenzuweisung für Notfallaufnahmen. Ein wichtiger Bestandteil meines Arbeitstages ist auch der regelmäßige Rundgang auf allen Stationen, um die Bettenkapazität abzugleichen und mich mit der Stationsleitung auszutauschen.

     

    Welchen Einfluss hat ein effektives Belegungsmanagement auf die Erfahrung der Patient:innen während ihres Krankenhausaufenthalts?

    Durch eine optimierte Bettenbelegung und einen reibungslosen Patientenfluss können lange Wartezeiten und Engpässe vermieden werden, was zu einer verbesserten Patientenzufriedenheit führt. Ein gut organisiertes Belegungsmanagement gewährleistet auch, dass Patient:innen rechtzeitig die benötigte Pflege und Behandlung erhalten, ohne dass es zu Verzögerungen oder Überlastungen kommt. Darüber hinaus trägt ein effektives Belegungsmanagement dazu bei, dass Patient:innen auf der richtigen Station untergebracht werden, was ihre Genesung und ihr Wohlbefinden positiv beeinflusst.

     

    Mit welchen täglichen Herausforderungen sehen Sie sich im Belegungsmanagement konfrontiert?

    Eine der Hauptaufgaben besteht darin, alle Patientenwünsche bezüglich ihrer Zimmerpräferenzen zu erfüllen, was nicht immer möglich ist. Zudem müssen gesperrte Betten durch Isolation so optimiert werden, dass die Bettenkapazität voll ausgeschöpft werden kann. Eine weitere Herausforderung besteht darin, bei einer hohen Auslastung der Bettenkapazität die unvorhersehbaren Notfallaufnahmen unterzubringen.

     

    Und wie gehen Sie diese an?

    Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine direkte Kommunikation mit den Ärzten und der Pflege unerlässlich. Durch klare Absprachen und regelmäßigen Austausch können Lösungen und Kompromisse gefunden werden, um die Bettenkapazität bestmöglich zu nutzen. Zudem erfordert es eine flexible Herangehensweise und schnelle Entscheidungen, um auf unvorhergesehene Situationen angemessen reagieren zu können. Letztendlich ist es wichtig, dass das Belegungsmanagement stets darauf bedacht ist, die bestmögliche Versorgung für alle Patienten sicherzustellen, auch unter den Herausforderungen des täglichen Krankenhausbetriebs.

     

    Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Arbeit im Belegungsmanagement, und was finden Sie besonders befriedigend an dieser Aufgabe?

    Was mich persönlich in meiner Arbeit am meisten motiviert, ist die einzigartige Dynamik und das lebhafte Umfeld des Sankt Gertrauden Krankenhauses. Hier ist jeder Tag anders, und die Vielfalt der Herausforderungen spornt mich an, mein Bestes zu geben. Die Möglichkeit, mit einem so engagierten Team zusammenzuarbeiten und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln, um die Bettenkapazität bestmöglich zu nutzen, ist einfach herausragend.

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